Ausgabe Winter 2025 – Zeitraum ab dem 10. Oktober

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Herbst hat unser Land inzwi­schen in gedämpftes, warmes Licht gehüllt. Die Tage werden kürzer, die ersten Advents­lichter tauchen in den Fenstern auf – und plötzlich wird spürbar, wie schnell dieses Jahr verflogen ist. Seit dem letzten Newsletter lagen für mich intensive Wochen in Berlin und unserem Wahlkreis, gefüllt mit Gesprä­chen, Entschei­dungen und Begeg­nungen, die Eindruck hinter­lassen haben. Gern möchte ich Sie daran teilhaben lassen.

Alexander Jordan MdB kämpft für den Automobilstandort Wolfsburg
Alexander Jordan MdB kämpft für den Automo­bil­standort Wolfsburg

Berlin im Spätherbst – Entschei­dungen, die unsere Region stärken

Die politi­schen Wochen in Berlin standen im Zeichen wichtiger regio­naler Fragen. Und für unseren Wahlkreis gibt es gleich mehrere gute Nachrichten:

Zukunft für unsere Automo­bil­in­dus­trie

In dieser Woche habe ich zweimal mit dem Kanzler sprechen können. Am Tag vor dem Koali­ti­ons­aus­schuss habe ich ihn in aller Deutlich­keit darauf hinge­wiesen, dass eine eindeu­tige Richtungs­ent­schei­dung für die Automo­bil­in­dus­trie nun dringend erfor­der­lich ist. Wir haben den Wahlkreis Helmstedt-Wolfsburg mit der klaren Zusage einer sachori­en­tierten und ideolo­gie­freien Indus­trie­po­litik gewonnen. Dieses Verspre­chen lösen wir nun ein. Der Koali­ti­ons­aus­schuss hat sich geeinigt auch nach 2035 in Deutsch­land Neufahr­zeuge zuzulassen, die neben einem elektri­schen Antrieb auch einen Verbrenner an Bord haben sowie Fahrzeuge mit einem hochef­fi­zi­enten Verbrenner. Das ist ein starkes Signal und gibt Planungs­si­cher­heit und Wettbe­werbs­fä­hig­keit für unsere Automo­bil­in­dus­trie und wird zigtau­sende Arbeits­plätze erhalten, die ansonsten entfallen wären. Ich danke in diesem Zusam­men­hang auch dem Einsatz der Arbeit­neh­mer­ver­tre­tung, nament­lich der IG Metall mit der VW-Gesamt­be­triebs­rats­vor­sit­zenden Daniela Cavallo.

A39 – ein Projekt nimmt spürbar Fahrt auf

Der Lücken­schluss der A39 ist ein zentrales Projekt für unsere Region. In zahlrei­chen Gesprä­chen auf Bundes­ebene ist deutlich geworden: Baureife Projekte sollen priori­siert und beschleu­nigt umgesetzt werden – und die A39 gehört für mich dazu. Noch stehen recht­liche Verfahren an, aber die politi­sche Richtung stimmt. Für viele Menschen zwischen Wolfsburg, Helmstedt und Lüneburg bedeutet das eine mittel­fristig bessere Anbindung, mehr Sicher­heit und weniger Umwege. Hier bleibe ich in jedem Fall weiter am Ball. So treffe ich mich noch im Dezember mit dem BUND, um hier einen Kompro­miss zu finden. Wünschen Sie uns Erfolg, denn sollte es gelingen mit einer gemein­samen Position zu den beklagten Abschnitten aus den Gesprä­chen zu gehen, dann könnten bereits 2027 die Arbeiten beginnen.

Flugsi­che­rungs­ge­bühren – Zukunfts­si­cher­heit für den Forschungs­flug­hafen

Ein weiterer wichtiger Erfolg ist die gesicherte Finan­zie­rung der Flugsi­che­rungs­ge­bühren am Forschungs­flug­hafen Braun­schweig-Wolfsburg. Damit bleibt einer der zentralen Innova­ti­ons­stand­orte der Region voll handlungs­fähig – ein Ort, an dem modernste Luftfahrt­tech­no­logie, präzise Messtechnik und Zukunfts­for­schung aufein­an­der­treffen. Für Unter­nehmen und Forschungs­ein­rich­tungen bedeutet dies Stabi­lität, für unsere Region eine klare Zukunfts­per­spek­tive.

Delega­ti­ons­reise des Verkehrs­aus­schusses nach Öster­reich

Ein prägender Termin der vergan­genen Wochen war die Delega­ti­ons­reise des Verkehrs­aus­schusses nach Öster­reich. Gemeinsam mit Kolle­ginnen und Kollegen konnten wir uns vor Ort einen umfas­senden Eindruck von der öster­rei­chi­schen Verkehrs- und Infra­struk­tur­po­litik verschaffen.

In Wien sprachen wir in der Deutschen Botschaft, bei ASFINAG, ÖBB und den Wiener Linien über langfris­tige Infra­struk­tur­fi­nan­zie­rung, effizi­ente Planung und die Bedeutung eines stabilen, eigen­stän­digen Systems wie der ASFINAG. Besonders eindrück­lich war, wie stark der ÖPNV in Wien genutzt wird – und wie konse­quent dort Inves­ti­tionen über viele Jahre hinweg gedacht werden.

Im Verkehrs­mi­nis­te­rium wurde deutlich, dass Öster­reich trotz anderer politi­scher Rahmen­be­din­gungen viele unserer Heraus­for­de­rungen teilt: vom Ausbau der Elektro­mo­bi­lität über Techno­lo­gie­of­fen­heit bis hin zur Frage, wie Infra­struktur moder­ni­siert und gleich­zeitig bezahlbar bleiben kann.

Ein Höhepunkt war der Besuch in Tirol mit Gesprä­chen über den Brenner-Nordzu­lauf und den Bau des Brenner­ba­sis­tun­nels – ein europäi­sches Jahrhun­dert­pro­jekt, das zeigt, was möglich ist, wenn Länder gemeinsam planen und umsetzen.

Die Reise hat bestätigt:
Wir brauchen auch in Deutsch­land mehr langfris­tige Finan­zie­rungs­si­cher­heit, weniger politi­sche Abhän­gig­keit einzelner Infra­struk­tur­pro­jekte und stärkere europäi­sche Zusam­men­ar­beit. Gleich­zeitig war der Austausch innerhalb der Delega­tion und mit unseren öster­rei­chi­schen Partnern persön­lich wie fachlich sehr berei­chernd.

Delegationsreise des Verkehrsausschusses nach Österreich
Delega­ti­ons­reise des Verkehrs­aus­schusses nach Öster­reich

Unterwegs im Wahlkreis – Menschen, Gespräche und Themen, die bleiben

Die Wochen seit dem 10. Oktober waren geprägt von inten­siven und oft sehr persön­li­chen Gesprä­chen im gesamten Wahlkreis. Sie zeigen, was unsere Region ausmacht – Vielfalt, Engage­ment und Tatkraft.

Pflege – ein Bereich, der unsere Anerken­nung verdient

In mehreren Pflege­ein­rich­tungen habe ich mit Pflege­rinnen und Pflegern, Leitungen und Angehö­rigen gespro­chen. Sie berich­teten von steigender Arbeits­last, von fehlenden Kräften und zuneh­mender Dokumen­ta­ti­ons­pflicht. Gleich­zeitig habe ich eine beein­dru­ckende Profes­sio­na­lität und Wärme erlebt. Eine Pflege­kraft sagte mir: „Wir machen das gern – aber wir brauchen wieder mehr Zeit für die Menschen.“ Solche Sätze vergisst man nicht. Und sie sind ein klarer Auftrag an die Politik.a

Mittel­stand, Handwerk und Produk­tion – die Kraft unserer Region

Bei Besuchen heimi­scher Unter­nehmen wurde deutlich, wie viel Innova­ti­ons­kraft hier steckt.
Ob moder­ni­sierte Ferti­gungs­an­lagen, neue Produkt­li­nien oder kreative Lösungen gegen Fachkräf­te­mangel – überall spürt man Leistungs­be­reit­schaft und Zukunfts­willen.

Gleich­zeitig war oft auch Frust zu hören: zu viel Bürokratie, zu wenig Planungs­si­cher­heit. Ich nehme das sehr ernst.

Ehrenamt & Vereine – das soziale Herz unseres Wahlkreises

Die Gespräche in Sport­ver­einen, Schüt­zen­gilden, Kultur­gruppen und sozialen Initia­tiven gehören für mich zu den schönsten Terminen. Hier zeigt sich, wie sehr Gemein­schaft trägt.

Ein Vereins­vor­sit­zender brachte es treffend auf den Punkt: „Ohne Ehrenamt wäre unser Ort nur ein Ort. Mit Ehrenamt ist er Heimat.“ Dieses Engage­ment verdient Rückhalt – politisch und gesell­schaft­lich.

Kommunen – dort, wo Politik sichtbar wird

Die kommu­nalen Gespräche reichten von Straßen­ausbau und Busver­bin­dungen über Schul­weg­si­cher­heit bis zu Fragen der Daseins­vor­sorge. Besonders häufig ging es um Bürokra­tie­abbau: „Wir könnten so viel mehr schaffen, wenn wir weniger Formulare und mehr Handlungs­spiel­raum hätten.“ Ein Satz, den ich mehrfach gehört habe und der zeigt: Wir müssen Rahmen­be­din­gungen verbes­sern, damit Kommunen wieder gestalten können.

Ein persön­li­cher Blick Richtung Weihnachten

Wenn nun die Advents­zeit beginnt und wir auf ein ereig­nis­rei­ches Jahr zurück­schauen, erfüllt mich vor allem eines: Dankbar­keit. Für die vielen Begeg­nungen, die offenen Gespräche, den Austausch auf Augenhöhe und das Vertrauen, das mir entge­gen­ge­bracht wird.
2025 war intensiv – und 2026 wird wichtig.

Herzliche Grüße
Ihr und Euer Alexander Jordan
Abgeord­neter für Helmstedt, Wolfsburg, Brome und Boldecker Land