Ausgabe Frühjahr 2026 – Schwerpunkt Landwirtschaft
Liebe Leserin, lieber Leser,
wenn man in diesen Tagen durch unsere Region fährt – von den Feldern rund um Helmstedt über die Höfe im Boldecker Land bis in die Ortschaften rund um Brome – spürt man: Die neue Saison beginnt. Auf den Äckern sprießt das neue Leben, in den Ställen läuft der Alltag, und vielerorts werden Investitionsentscheidungen vorbereitet. Landwirtschaft ist bei uns kein Randthema, sondern gelebte Realität und wirtschaftliches Rückgrat.
Als Bundestagsabgeordneter für Helmstedt, Wolfsburg, Brome und das Boldecker Land setze ich mich in Berlin dafür ein, dass unsere Betriebe verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und echte Planungssicherheit erhalten.
Über wichtige Entscheidungen möchte ich Sie heute informieren:

EU-MERCOSUR-Abkommen – Chancen mit klaren Schutzmechanismen
Das EU-MERCOSUR-Abkommen wird auch in unserer Region aufmerksam diskutiert. Viele Landwirtinnen und Landwirte zwischen Helmstedt, Wolfsburg, Brome und dem Boldecker Land fragen zu Recht: Welche Auswirkungen hat das auf unsere Betriebe?
Wichtig ist zunächst: Sensible Agrarbereiche bleiben geschützt. Für Produkte wie Rindfleisch, Geflügel, Zucker oder Ethanol gibt es keine unbegrenzte Marktöffnung, sondern klar begrenzte Zollkontingente. Diese sind – gemessen am gesamten EU-Verbrauch – vergleichsweise klein. Im Bereich Rindfleisch entsprechen die zusätzlichen Einfuhren nach Berechnungen der EU-Kommission rund 0,3 Prozent des EU-Verbrauchs. Zudem werden die Kontingente schrittweise über mehrere Jahre eingeführt.
Darüber hinaus enthält das Abkommen eine verbindliche Schutzklausel. Kommt es zu Marktstörungen oder drohen wirtschaftliche Schäden, können Zollvergünstigungen wieder zurückgenommen werden. Im Extremfall können Zölle sogar wieder auf das reguläre WTO-Niveau angehoben oder Quotensteigerungen ausgesetzt werden. Die EU-Kommission muss die Marktentwicklung regelmäßig überwachen und berichten – auch mit Blick auf einzelne Mitgliedstaaten.
Ebenso entscheidend: Unsere EU-Standards bleiben unverändert bestehen. Alle Importe aus MERCOSUR-Staaten müssen weiterhin die strengen europäischen Anforderungen im Bereich Tiergesundheit, Pflanzenschutz und Lebensmittelsicherheit erfüllen. Das Abkommen senkt keine Standards und schränkt auch nicht das Recht der EU ein, diese künftig weiter zu verschärfen.
Die Eingangskontrollen an den EU-Grenzen bleiben umfassend. Dokumenten- und Identitätsprüfungen erfolgen regelmäßig vollständig, Warenuntersuchungen risikobasiert. Die EU-Kommission hat zudem angekündigt, die Kontrollen in Drittstaaten weiter zu intensivieren.
Für mich ist klar: Freihandel darf nicht zulasten unserer heimischen Landwirtschaft gehen. Entscheidend sind funktionierende Schutzmechanismen, faire Wettbewerbsbedingungen und die konsequente Einhaltung unserer Standards. Genau darauf wird die Bundesregierung weiterhin achten.
Bürokratieabbau – weniger Papier, mehr Praxis
Viele Gespräche im Wahlkreis drehen sich um ein Thema: zu viel Dokumentation, zu viele Doppelmeldungen, zu wenig Zeit für die eigentliche Arbeit. Genau hier setzen wir an.
Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat treiben wir konkrete Entlastungen voran. Die Abschaffung der Stoffstrombilanzverordnung entlastet landwirtschaftliche Betriebe bundesweit um rund 18 Millionen Euro jährlich. Bei der Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wurden neue Öko-Regelungen verschoben, um Planungssicherheit zu schaffen. Die elektronische Aufzeichnung von Pflanzenschutzmittelanwendungen wurde auf 2027 vertagt. Das Milchproduktrecht wurde gebündelt, das Agrargeoschutzrecht übersichtlich zusammengeführt.
Praxisferne Sonderregelungen haben wir beendet: Forstwirtschaft und Fleischerhandwerk wurden aus der Schwerpunktliste des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes gestrichen. Mitteilungspflichten im Tierarzneimittelrecht wurden reduziert. Auch das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz wird derzeit auf Praxistauglichkeit überprüft.
Mir ist wichtig: Bürokratieabbau darf kein Schlagwort bleiben.
Deshalb meine Bitte an Sie: Schicken Sie mir bis 16.3.2026 konkrete Vorschläge aus Ihrem betrieblichen Alltag. Wo hakt es? Wo werden Meldepflichten unnötig doppelt erhoben? Wo sind Fördervorgaben praxisfern?
Ich bringe Ihre Hinweise direkt in die AG Landwirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein. Dort werden sie beraten und gebündelt an das Bundeslandwirtschaftsministerium weitergeleitet, wo an weiteren Entlastungen gearbeitet wird. Die besten Impulse kommen aus der Praxis – aus Helmstedt, Wolfsburg, Brome und dem Boldecker Land.
Wolfsmanagement – klare Regeln für unsere Weidetierhalter
Gerade in Niedersachsen ist das Thema Wolf hochsensibel. Viele Tierhalter in unserer Region berichten von Rissen, Verunsicherung und steigenden Kosten für Herdenschutz.
Mit der Änderung des Bundesjagdgesetz und des Bundesnaturschutzgesetz setzen wir eine zentrale Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um: Der Wolf wird als jagdbare Tierart in das Jagdrecht aufgenommen – bleibt aber weiterhin eine besonders geschützte Art nach europäischem Recht.
Was heißt das konkret?
- Problemwölfe können künftig schneller und mit deutlich weniger Bürokratie entnommen werden, unabhängig vom Erhaltungszustand.
- Bei günstigem Erhaltungszustand müssen die Länder revierübergreifende Managementpläne aufstellen und können Bestände aktiv steuern.
- Weidegebiete können ausgewiesen werden, in denen Herdenschutz nicht zumutbar oder praktisch nicht umsetzbar ist – etwa auf Deichen oder in besonderen Offenlandlagen.
Wichtig ist: Managementpläne sind sofort vollziehbar, da Widerspruch und Klage keine aufschiebende Wirkung mehr haben. Zugleich wurde rechtlich sauber geregelt, dass bei bereits eingetretenem Schaden die erleichterte Entnahme weiterhin ohne Genehmigung möglich bleibt. Bei bloßer Schadensgefahr ist im ungünstigen Erhaltungszustand eine behördliche Genehmigung erforderlich. So stellen wir sicher, dass Weidetierhaltung, Artenschutz und Rechtssicherheit in ein ausgewogenes Verhältnis gebracht werden.
Für mich ist klar: Wir dürfen die Weidetierhaltung in Niedersachsen nicht alleinlassen. Sie ist Teil unserer Kulturlandschaft und unserer regionalen Identität.
Starke Frauen – starke Betriebe in unserer Region
Landwirtschaft in unserer Region ist Familienarbeit – oft über Generationen hinweg. Deshalb setzen wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Stärkung von Frauen in der Landwirtschaft.
Mit dem Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026 und der Fachkonferenz „Starke Frauen – starke Landwirtschaft“ wurde das Thema bundesweit sichtbar gemacht. Das Thünen-Institut untersucht strukturelle Fragen zu Landbesitz und Sorgearbeit. Gemeinsam mit der Landwirtschaftliche Rentenbank wurde das Programm „Ackerpreneurs“ gestartet, das Gründerinnen im Agrarsektor gezielt begleitet.
Auch bei der Weiterentwicklung der GAP nach 2027 setzen wir uns dafür ein, Förderinstrumente so auszugestalten, dass sie familiengeführte Betriebe stärken – nicht überfordern.
Unser gemeinsamer Anspruch
Unsere Region lebt von einer leistungsfähigen Industrie – aber ebenso von einer starken Landwirtschaft. Zwischen Helmstedt und Wolfsburg, im Boldecker Land und rund um Brome prägen landwirtschaftliche Betriebe Wirtschaftskraft, Arbeitsplätze und Dorfgemeinschaften.
Mein Anspruch ist klar:
Weniger Bürokratie.
Mehr Planungssicherheit.
Klare Regeln beim Wolf.
Stärkung familiengeführter Betriebe.
Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen – per E‑Mail, telefonisch oder im persönlichen Gespräch bei meinen Terminen im Wahlkreis. Politik wird besser, wenn sie zuhört.
Herzliche Grüße
Ihr und Euer
Alexander Jordan
Mitglied des Deutschen Bundestages
für Helmstedt, Wolfsburg, Brome und das Boldecker Land

