Wortbeiträge im Deutschen Bundestag
78. Sitzung vom 08.05.2026, TOP 7, 13
Beratung des Antrags der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union für die Jahre 2028 bis 2034
Alexander Jordan (CDU/CSU):
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Gemeinsame Agrarpolitik, kurz: GAP, ist eine Erfolgsgeschichte. Gestartet im Jahr 1962, ermöglichte sie Produktivitätssteigerungen in der Landwirtschaft, sicherte die Nahrungsmittelversorgung nach dem Zweiten Weltkrieg, dessen Ende sich heute auf den Tag genau zum 81. Mal jährt, und führte Europa zusammen.
Im Laufe der Jahre wurde die GAP weiterentwickelt, von einer reinen Marktstützung hin zu einem Förderrahmen für sichere Lebensmittel, stabile Einkommen für Landwirtinnen und Landwirte sowie für Tier‑, Umwelt- und Klimaschutz. Mit der neuen Förderperiode von 2028 bis 2034 soll die GAP schlanker, ja, aber auch einfacher und wirkungsvoller werden, ohne bisherige Zielsetzungen über Bord zu werfen.
Der Antrag der Grünen zur GAP unterstellt der EU und der Bundesregierung eine rückwärtsgewandte Agrarpolitik und möchte die GAP schwerpunktmäßig zu einem Werkzeug machen, mit dem die Landwirtschaft gemäß Ihren parteipolitischen Vorstellungen transformiert werden soll. Das können wir nur ablehnen.
Umwelt‑, Klima- und Tierschutz sind wichtig, ebenso Frauen in der Landwirtschaft und der Blick auf die Junglandwirte. Doch all das hat die GAP bereits im Fokus. Umweltgerechte Bewirtschaftung, gekoppelte Beihilfen für Tierhalter, Förderung für freiwillige Umweltleistungen von Landwirten, das Starterpaket für Junglandwirte und Gründer und die gezielte Förderung von Frauen müssen Sie der Bundesregierung nicht in die Feder diktieren, sehr geehrte Damen und Herren. Diese Bundesregierung hat all das bereits auf dem Radar.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Gleiches gilt für Ihren Antrag zur Weiterführung des LEADER-Programms. Auch dies ist ein bewährtes Instrument zur Stärkung des ländlichen Raumes. Ich freue mich über erfolgreiche Projekte in meinem Wahlkreis Helmstedt – Wolfsburg, im Boldecker Land, in Brome, im gesamten Landkreis Gifhorn und frag mich auch, warum andere Abgeordnete in ihren Wahlkreisen das möglicherweise nicht zu erkennen vermögen.
Die Bundesregierung steht im engen Austausch mit LEADER-Aktionsgruppen, mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments, um dieses in der kommenden Förderperiode fortzusetzen. Mit Ihrem Antrag würden Sie das Programm in seiner Ausgestaltung weiter bürokratisieren und durch politische Vorfestlegung das Engagement der Menschen vor Ort einschränken. Deshalb lehnen wir auch diesen Punkt ab.
Was kommt in Ihren Anträgen zu kurz? Es ist die Ernährungssicherheit, es ist die Bezahlbarkeit von Lebensmitteln und der Erhalt der landwirtschaftlichen Produktionsfläche und ‑betriebe in Deutschland. Dabei sind doch gerade dies agrarpolitische Ziele, die in Zeiten internationaler Krisen umso wichtiger sind.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Die europäische Agrarpolitik darf kein Werkzeug sein, um einer gewünschten Ernährungsform oder einem grünen Idealbild landwirtschaftlicher Betriebe zu dienen. Nein, die GAP muss unabhängig von Größe und Ausrichtung der Betriebe in erster Linie planbar, unbürokratisch und einkommenswirksam für Bauernfamilien und deren Beschäftigte sein, die mit ihrer Arbeit für unsere Ernährung sorgen.
Vielen Dank.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
72. Sitzung vom 17.04.2026, TOP 15
Beschlussempfehlung zum Antrag der AfD “Ernährungssicherheit und Erhalt produktiver Landwirtschaft”
Alexander Jordan (CDU/CSU):
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Mit Blick auf den Nahen Osten muss man feststellen: Die Lage ist nach wie vor bedrückend. Der Konflikt mag derzeit nicht eskalieren, aber er lässt uns auch nicht in Ruhe. Er wirkt fort, sicherheitspolitisch und wirtschaftlich.
Auch wir sind unmittelbar betroffen durch die Blockade der Straße von Hormus. 20 Prozent der weltweiten Gas- und Öllieferungen passieren diese Meerenge, und die Auswirkungen können wir tagtäglich an den Zapfsäulen sehen. Dauerhaft gestiegene Energiepreise verteuern perspektivisch aber auch die Preise in allen anderen Sektoren. Deshalb können Sie sich sicher sein, dass die Bundesregierung sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten für eine diplomatische Lösung einsetzt – auf allen politischen Ebenen und mit allen relevanten Akteuren.
Die AfD-Fraktion greift mit ihrem Antrag „Konsequenzen der Blockade der Straße von Hormus für Düngertransporte nach Deutschland“ ein relevantes Thema auf. Allerdings überzeichnen die Antragsteller Lage und Wirkung deutlich. Die AfD zeigt hier einmal mehr, dass sie als Bewirtschafter der Angst nicht an Lösungen interessiert ist, sondern die Lage nutzt, um Deutschland und Europa einmal mehr schlechtzureden und Klimaschutz über Bord zu werfen.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Bleiben wir bei der Realität. 60 bis 80 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe haben sich bereits mit ihrem saisonalen Bedarf an Düngemitteln eingedeckt; denn mit dem Vegetationsbeginn im Februar und März beginnt auch die Hauptdüngung. Dennoch gibt es Landwirte, die noch Düngemittel nachkaufen müssen und gleichzeitig unter den hohen Dieselpreisen leiden. Diese Mehrkosten werden aufgefangen werden müssen. Die Preissteigerungen beim stickstoffbasierten Dünger sind signifikant, aber noch sehr weit von dem Niveau entfernt, das wir 2022 erleben mussten. Die Preissteigerungen betreffen aber im Wesentlichen nur den stickstoffbasierten Dünger. Kalidünger, der überwiegend aus heimischer Produktion kommt, zeigt sich zeitlich und preislich hiervon unbeeindruckt und ist verfügbar.
Auf den Handlungsbedarf zu reagieren, ist also wichtig; aber es ist nicht akut, und niemand braucht zu befürchten, dass wegen der gestiegenen Kosten für den stickstoffbasierten Dünger nun auch die Lebensmittelpreise kurzfristig explodieren. Niemand braucht auch Ihre alarmistischen Vorträge hier. Höchstens Sie brauchen sie zur Monetarisierung auf Youtube.
(Marcel Bauer [Die Linke]: Da reden wir im Herbst noch mal drüber!)
Auch der Verweis auf die reduzierten Harnstoffexporte aus China trägt zu Ihrer Argumentation nicht bei. In Ihrem Antrag zitieren Sie ja eine Quelle, nach der die Chinesen den Export von Harnstoff im Zeitraum von Anfang 2022 bis Mai 2025 bereits um fast 99 Prozent reduziert haben, was einem praktischen Exportstopp gleichkommt. Also Mai 2025 – das ist deutlich vor der Sperrung der Straße von Hormus. Das kann jetzt keinen weiteren Preiseffekt haben.
Klar ist: Wir müssen überall ein Stück unabhängiger werden. Wir brauchen mehr eigene Fähigkeiten und Kapazitäten. Wir müssen mehr Partnerschaften abschließen und Notfallinstrumente vorhalten. All dies tun wir bereits. Die EU wird das Beihilferecht vorsorglich lockern und bei Düngemitteln Entlastungen um bis zu 50 Prozent zulassen. Das kann nur eine Notlösung sein, wie bereits gesagt. Aber wir handeln auch konkret im Sinne einer resilienten Wirtschaft; und dazu gehören auch die Landwirtschaft und die Ernährung. Beim Agrardiesel und bei der Stromsteuer haben wir bereits ganz konkret gehandelt.
Mit diesem Antrag beweisen Sie einmal mehr: Es geht Ihnen nicht um die Menschen und um die Wirtschaft in diesem Land. Es geht Ihnen auch nicht um die Landwirte. Wer hier über Unabhängigkeit spricht und gleichzeitig über „Windmühlen der Schande“ schwadroniert, macht klar, dass ihm die Landwirtschaft nicht wichtig ist. Einmal mehr wollen Sie unsere Bevölkerung in Aufregung und Angst versetzen. Nachdem der Ihnen zu weiche Euro nicht geplatzt ist und die Bürgerinnen und Bürger angesichts leerer Gasspeicher nicht frieren mussten, beschwören Sie nun eine Versorgungskrise bei Düngemitteln herauf, die es nicht gibt. Die Menschen kaufen Ihnen diese Panikmache nicht mehr ab, und wir kaufen Ihnen den Antrag nicht ab. Folglich lehnen wir ihn auch ab.
Danke schön.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
71. Sitzung vom 16.04.2026, TOP ZP 4, 5
Erste Beratung der von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Gesetzesentwürfe zur Änderung des Stromsteuergesetzes und zum Tempolimit
Alexander Jordan (CDU/CSU):
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Den Krieg im Nahen Osten nimmt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen nun zum Anlass, dass wir uns hier mit diesen Gesetzentwürfen auseinandersetzen. Denn klar ist: Die Krise im Nahen Osten hat Auswirkungen auf die internationalen Ölmärkte, und sie betrifft auch uns.
Zweifelsohne ächzen viele Pendlerinnen und Pendler, Verbraucherinnen und Verbraucher unter hohen Preisen an den Zapfsäulen. Aber, liebe Grüne, ich kaufe Ihnen nicht ab, dass es Ihnen hier um diese Menschen geht. Denn bei diesem Vorschlag der Einführung eines allgemeinen Tempolimits von 130 km/h geht es Ihnen im Wesentlichen darum, Ihre eigene grüne verkehrspolitische Agenda durchzutragen, welche Sie zu Ampelzeiten nicht vollenden konnten.
(Dr. Julia Verlinden [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie können ja auch mal Veronika Grimm fragen! Die ist jetzt nicht unbedingt eine Grüne!)
In Ihrem Gesetzentwurf sprechen Sie davon, Verbraucherinnen und Verbraucher entlasten zu wollen; ein Tempolimit von 130 km/h würde wesentlich zur Erreichung der Klimaziele beitragen und sogar die Preise an den Zapfsäulen dämpfen. Glauben Sie das wirklich? Sehen wir uns das einmal genauer an: Sie schreiben, dass dieses Tempolimit pro Jahr 3,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen würde. Bei einem Gesamtaufkommen von 143 Millionen Tonnen CO2 im Verkehrssektor im gesamten Jahr sind das circa 2,4 Prozent.
Dem einmal ein paar statistische Werte vorangestellt: Die Durchschnittsgeschwindigkeit von Pkw auf deutschen Autobahnen beträgt aktuell 113,5 km/h, Tendenz fallend, und 83 Prozent der Pkw fahren durchgehend langsamer als 130 km/h.
(Swantje Henrike Michaelsen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ganz schlechtes Argument!)
Nur 1 bis 2 Prozent fahren auch mal 160 km/h oder schneller.
(Maximilian Kneller [AfD]: Ich! Das fühlt sich gut an!)
Da stellt sich doch die Frage: Wo kommen diese großen Einsparungen her, die sich sogar bei der Preisbildung von der Zapfsäule bis an die internationalen Ölmärkte durchschlagen müssten?
Sie verweisen in Ihrem Gesetzentwurf auf einen Beitrag auf der Internetseite des Umweltbundesamtes, welcher ganze 412 Wörter umfasst, also deutlich weniger als mein Redebeitrag hier, und wollen daraus die wesentliche Notwendigkeit für das Tempolimit herleiten. Damit machen Sie es sich etwas leicht.
Aber wir können beim Umweltbundesamt bleiben, welches ja nicht unter dem Verdacht steht, Lobbyarbeit für das Auto zu betreiben. Das Umweltbundesamt hat zur Ampelzeit eine 43-seitige Publikation herausgegeben mit dem Titel: „Modellierung der Umweltwirkung von Tempolimit-Maßnahmen auf Autobahnen und außerorts“. Sind Sie damit einverstanden, dass wir dieses Dokument als Grundlage für die inhaltliche Diskussion nehmen können?
Klar ist: Eine niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit korreliert mit einem niedrigeren Verbrauch; da sind wir uns einig. Die Einspareffekte kommen laut dem Bericht des Umweltbundesamtes aber auf dreierlei Weise zustande:
Erstens: die Physik, also die Geschwindigkeitseffekte.
Zweitens: Routenwahleffekte. Da die Autobahn dann regelmäßig nicht mehr als schnellste Route zur Verfügung steht, wählen Autofahrer einfach eine kürzere Route, nämlich die über die beschauliche Landstraße. Wollen Sie das? Wollen Sie mehr Verkehr von den Autobahnen in die Dörfer oder in die Städte bringen?
(Dr. Julia Verlinden [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Vielleicht nehmen die auch den ICE!)
Drittens: sogenannte Nachfrageeffekte. Ich habe es schon gehört: Aufgrund der gestiegenen Reisezeit würden Autofahrer nun auf ein anderes Verkehrsmittel umsteigen. Ich finde, das sollte nicht unerwähnt bleiben, wenn Sie über ein Tempolimit sprechen. Selbst wenn man es so machen wollte, würden Sie durch diese Routenwahleffekte an den Ausweichstrecken die Menschen mit mehr Verkehr belasten und dem Ziel einer Vision Zero unter Umständen gar nicht wirklich näherkommen. Denn klar ist eben auch: Die Autobahnen sind bei den Verkehrstoten bezogen auf die gefahrene Strecke die sicherste Straßenklasse. Die Nachfrageeffekte – man könnte auch sagen: Umerziehungseffekte – sind auch nicht das, was wir industrie- und sozialpolitisch wollen.
Wir stehen zum Auto. Wir stehen zum Individualverkehr. Er ist unverzichtbar für die vielen Menschen, die beruflich auf das Auto angewiesen sind, die jeden Tag längere Strecken pendeln oder im Außendienst tätig sind. Deshalb entlastet die Bundesregierung diese Menschen jetzt wirksam.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Aber ich gebe Ihnen mal ein paar andere Ideen. Zum Beispiel reden wir gerade viel über das Automotive Package der EU. Viele Menschen steigen bereits auf das Elektroauto um. Wir sind uns aber auch einig, dass in Anbetracht der steigenden Kraftstoffpreise der Plug-in-Hybrid eine gute Alternative sein kann.
Dann sehen wir an den Tankstellen, dass E10- im Vergleich zum E5-Kraftstoff circa 6 Cent billiger ist. Mit der Einführung von E20 könnten an den Tankstellen die Verbraucherinnen und Verbraucher 10 Cent oder mehr pro Liter sparen, ohne die Aufwendungen von Steuergeld. Gleichzeitig könnten wir damit auf einen Schlag im Bestand der Fahrzeuge signifikant Klimaschutz realisieren und würden uns ein Stück weit von Ölimporten unabhängiger machen.
Und ohnehin: Ja, jeder kann langsamer fahren, wenn er es denn gern möchte. Das ist keine Frage der Ideologie, sondern es geht darum, welche Ideen wir haben. Ihre Gesetzentwürfe zeugen einmal mehr von grüner Ideenlosigkeit. Deshalb lehnen wir auch beide Gesetzentwürfe ab.
Vielen Dank.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
69. Sitzung vom 27.03.2026, TOP 25, ZP 10
Beratung des Antrags der Fraktion Die Linke “Jetzt handeln – Die Zukunft der Automobilindustrie sozial und ökologisch gestalten”
und des Antrags der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN “E‑Auto-Förderung wirksam ausrichten – Sozial, klimawirksam und europäisch”
Aus dem Plenarprotokoll der 69. Sitzung des Deutschen Bundestages vom 27.03.2026
Alexander Jordan (CDU/CSU):
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Automobilindustrie ist unsere Schlüsselindustrie. Das gilt insbesondere für meinen Wahlkreis mit Wolfsburg im Herzen, und das gilt auch für Deutschland insgesamt.
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)
Die Automobilindustrie ist Deutschlands wichtigster Industriezweig. Das ist kein Selbstzweck. Gut bezahlte Arbeitsplätze und einen großen Teil des Steueraufkommens verdanken wir unserer starken Industrie. An alle Menschen, die in der Automobilindustrie arbeiten, gerichtet sage ich: Wir wissen, Sie gehen durch schwere Zeiten. Aber Sie haben eine Bundesregierung, die zum Automobil steht, die zu Ihnen steht und die die Weichen in Deutschland und in Europa für Sie auf Wachstum und auf Zukunft stellt.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Wir behandeln in dieser Debatte zwei Anträge aus der Opposition.
Mit der Überschrift „Jetzt handeln – Die Zukunft der Automobilindustrie sozial und ökologisch gestalten“ verknüpfen die Linken 13 mehr oder weniger fantasievolle Behauptungen und Forderungen. Mal wieder soll mit staatlichem Geld transformiert werden, was das Zeug hält – gemäß sozialökologischen Kriterien. Hatten wir es in Ihrem vorherigen Antrag zur Mobilitätsgarantie noch mit regionalen Transformationsräten, in denen Gewerkschaften, Betriebsräte, Umweltverbände und Zivilgesellschaft die Richtung angeben, zu tun, so rücken in diesem Antrag die Transformationsräte schon in die Landesebene auf, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis Sie die Übergabe der Kontrolle über unsere Wirtschaft an einen zentralen Transformationsrat auf Bundesebene fordern dürften.
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Dr. Fabian Fahl (Die Linke): Haben Sie Angst vor Mitbestimmung?)
Und dann kommt wieder das Übliche: SUVs sind ein Hassobjekt für Sie, und die Automobilindustrie soll ihre Produktion auf emissionsfreie Klein- und Kompaktwagen umstellen, anstatt auf Luxusmodelle zu setzen. Die von Ihnen geforderten elektrischen Kleinwagen haben aber leider zwei entscheidende Nachteile: Sie sind erstens nicht nur emissionsarm, sondern auch noch ziemlich renditefrei. Und zweitens sind sie in Deutschland nicht kostendeckend zu produzieren.
Gerade für Sie, liebe Linke – Tilman Kuban hat es schon angesprochen -, gibt es ein weiteres Problem, das Sie wohl übersehen haben: Ihre Fraktionsvorsitzende hat mit ihrem zuverlässig ausgerichteten moralischen und sozialistischen Kompass den Audi A8 als bei Ihrer Partei – Zitat – üblichen Standarddienstwagen gewählt.
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)
Erklären Sie mal Ihrer daueraufgeregten Chefin, dass Sie ihr jetzt den fahrbaren Untersatz abnehmen wollen. Also passen Sie gut auf Ihr Statussymbol auf, Frau Reichinnek!
(Swantje Henrike Michaelsen (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Wenn Ihnen nichts mehr einfällt, einfach mal auf die persönliche Ebene gehen!)
Aber ein bisschen schwant Ihnen wohl auch, dass die Transformation auf elektrische Kleinwagen nicht ganz so problemlos verlaufen wird. Denn Sie schließen die Forderung an, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in insolvenzbedrohten Unternehmen Zeit für eine Umschulung auf sozialökologisch nachhaltige Wertschöpfungsfelder zu geben. Auch hier gibt es wieder zwei Nachteile. Erstens meinen Sie mit „Zeit“ das Geld der Steuerzahler. Zweitens sind diese von Ihnen geschilderten sozialökologisch nachhaltigen Wertschöpfungsfelder zwar wahrscheinlich gesellschaftlich ehrenwert; aber die ökonomische Wertschöpfung aus Produktion, Dienstleistungen und Handel rund ums Automobil kann diese nicht ersetzen.
Und dann soll unsere Industrie noch einen großen Bogen um alles, was mit Rüstung zu tun hat, machen. Wie wenig kann einem die eigene Sicherheit des Landes am Herzen liegen?
Die altbekannte Forderung der Verdoppelung von Fahrgastzahlen im ÖPNV haben Sie ebenfalls nachhaltig aus Ihrem Antrag zur Mobilitätsgarantie recycelt. Sie wird dadurch nicht erreichbarer oder bezahlbarer.
Der Antrag der Grünen „E‑Auto-Förderung wirksam ausrichten – Sozial, klimawirksam und europäisch“ lenkt den Blick wieder etwas mehr auf das Produkt und die Förderung. Die Förderung von elektrischen Gebrauchtwagen habe ich bereits selbst ins Spiel gebracht; denn ein funktionierender Gebrauchtwagenmarkt ist für einen funktionierenden Gesamtmarkt wichtig.
Und auch beim bidirektionalen Laden kann ich Sie beruhigen: Das bidirektionale Laden haben wir im Koalitionsvertrag, und wir gehen das Thema an.
Ansonsten bleiben wir dabei: Unsere politische Linie ist, die Erreichung der Klimaziele technisch so offen zu formulieren,
(Luigi Pantisano (Die Linke): …, dass Sie sie nicht mehr erreichen!)
dass sie für unsere Industrie einen realistischen Handlungskorridor ermöglicht, der Arbeitsplätze und Wohlstand in Deutschland hält. Gehören Elektrofahrzeuge dazu? Ja, sogar überwiegend. Gehören Plug-in-Hybride dazu? Ja. Gehören Range Extender, Verbrenner und alternative Kraftstoffe dazu? Ja, ja und ja. Die Größe, die besondere Rolle und die Wertschöpfungsstruktur unserer exportorientierten Automobilindustrie, der Hersteller und der Zulieferer machen das erforderlich.
(Luigi Pantisano (Die Linke): Nein zu den Klimazielen!)
Diese Gründe machen es weiterhin erforderlich, dass wir in diesem Kontext das EU-Automotive-Package verhandeln.
Damit schließe ich meine Rede: Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Automobilindustrie, liebe Unternehmer, liebe Gewerkschaften, Sie haben eine Regierung, die sich Ihrer positiven Zukunft verschrieben hat. Daran arbeite ich mit meiner Fraktion mit aller Kraft sehr gerne mit.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
68. Sitzung vom 26.03.2026, TOP 15
Beschlussempfehlung und Bericht des Verkehrsausschusses zur Neuregelung des Rechtsrahmens für intelligente Verkehrssysteme im Straßenverkehr
Aus dem Plenarprotokoll der 68. Sitzung des Deutschen Bundestages vom 26.03.2026
Alexander Jordan (CDU/CSU):
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Viele von uns können sich an eine Zeit erinnern, in der man die Urlaubsreise noch mit dem Straßenatlas geplant hat, mit mehr oder weniger Umwegen. Von einem markanten Ton angekündigt kamen Staumeldungen über den Verkehrsfunk. Keiner wusste, wie lange und warum man überhaupt im Stau steht. Das war die Realität damals.
Wir gestalten nun mit dem Gesetz zur Neuregelung des Rechtsrahmens für intelligente Verkehrssysteme die datengetriebene und digitalisierte Zukunft unseres Verkehrssektors. Um was geht es hierbei? Es geht erstens um Sicherheit. Falschfahrer, Gegenstände auf der Fahrbahn, Straßenglätte, Sperrungen, Geschwindigkeitsbeschränkungen werden von Straßenbaubehörden und ‑betreibern und den Verkehrswarndiensten in Echtzeit über den Nationalen Zugangspunkt zur Verfügung gestellt. Damit können Anbieter von Routenplanern direkt in ihren Anwendungen Warnmeldungen ausgeben und die Routenführung an die aktuellen Gegebenheiten anpassen.
Diese neu geschaffenen Möglichkeiten tragen dazu bei, die Sicherheit auf deutschen Straßen zu erhöhen; denn wir haben in Deutschland immer noch über 2 000 Verkehrstote pro Jahr. Mit intelligenten und vernetzten Verkehrssystemen wollen wir dem Ziel einer Vision Zero, einem Straßenverkehr ohne Unfalltote, näherkommen.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Zweitens geht es um Komfort und Barrierefreiheit. Mit aktuellen Fahrplandaten, Verkehrsinformationen und Angaben zu verfügbaren Ladesäulen oder Standorten von Carsharingfahrzeugen können komfortable und verkehrsträgerübergreifende Mobilitätsdienste ermöglicht werden. Wir haben hier auch Menschen mit Einschränkungen im Blick, welche somit bessere Informationen zu barrierefreien Verkehrsmitteln erhalten.
Ich danke für die zahlreichen Stellungnahmen von Verbänden, Datenanbietern und Datennutzern zu diesem Gesetzentwurf. Ihre Hinweise und Bedenken haben wir ernst genommen. Unser Berichterstatter, Dr. Sebastian Roloff [SPD]).
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Diese Initiative wird aber nicht nur den Alltag der Bürger verbessern, sondern sie wird auch den Tourismusstandort Deutschland stärken. Die neue Koalition hat direkt nach der Wahl losgelegt und die Tourismuspolitik in vielen Bereichen verbessert: Es gibt mehr Investitionen in die Infrastruktur. Wir werden ein neues Arbeitszeitgesetz auf den Weg bringen und dadurch flexiblere Arbeitszeiten ermöglichen. Wir haben insgesamt das Auslandsmarketing für den Tourismusstandort Deutschland verbessert.
Ein weiterer wichtiger Punkt, der immer wieder von vielen angesprochen wird, ist: Wir brauchen eine bessere Vernetzung der Verkehrsträger. Für Touristen, die nach Deutschland kommen, ist es enorm wichtig, dass sie möglichst gut von einem Verkehrsmittel auf das andere umsteigen können und dass ihnen möglichst einfach angezeigt wird, welche der vielen Fortbewegungsmöglichkeiten sie im Reiseland Deutschland nutzen können. Genau das ermöglichen wir mit dieser Initiative.
Durch diese Initiative wird auch der Tourismusstandort Deutschland gestärkt. Sie ist in vielerlei Hinsicht eine gute Sache. Ich bitte um Zustimmung.
Herzlichen Dank.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
57. Sitzung vom 30.01.2026, TOP 24, ZP 7
Beratung des Antrags der Fraktion Die Linke zur Mobilitätsgarantie
Aus dem Plenarprotokoll der 57. Sitzung des Deutschen Bundestages vom 30.01.2026
Alexander Jordan (CDU/CSU):
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Gäste! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Mit ihrem Antrag möchten die Linken eine Mobilitäts-
garantie einführen und Produktionskapazitäten für die Verkehrswende aufbauen. Klar ist: Auch wir als Union bekennen uns dazu, einen leistungsfähigen, klimafreundlichen und bezahlbaren ÖPNV in der Stadt und auf dem Land zu fördern. Doch schauen wir uns den Antrag einmal im Detail an, den Herr Pantisano so weitläufig umschifft hat.
Sie möchten einen kostenfreien ÖPNV, Sie möchten ihn überall und nahezu rund um die Uhr. Den Weg dahin möchten Sie auch noch anordnen: eine Verdopplung der Fahrgastkapazität bis 2030. Das ist ein großes Versprechen, welches schlicht und ergreifend nicht erreichbar ist. Wir haben bereits jetzt einen großen Fahrermangel im ÖPNV. Und wer soll die Rechnung dafür bezahlen? Sie stellen große Milliardenbeträge in den Raum, lassen uns aber über die Gegenfinanzierung im Unklaren. Das ist unseriös.
(Beifall bei der CDU/CSU – Zuruf von der Linken: Vermögensteuer!)
So viel zum ersten Teil Ihres Antrags.
Im zweiten Teil wird es nicht besser, sondern eher schlimmer. Sie möchten Automobilhersteller, Zulieferer und die Stahlindustrie mit staatlichen Mitteln so transformieren, dass diese nach Ihrer Definition – ich zitiere – „gesellschaftlich nützliche Güter“ produzieren. Dabei haben Sie im Antrag zunächst freiwerdende Kapazitäten im Blick, aber im Grunde geht es Ihnen ja um etwas anderes. Sie stellen bereits im Vorwort fest, dass Sie das Auto für unnütz, ja sogar schädlich halten. Wobei ich ergänze: Sie wollen die Liste der nützlichen Güter ja nicht komplett selber definieren, sondern dafür Transformationsräte ins Leben rufen: Gewerkschaften, Betriebsräte, Umweltverbände, Zivilgesellschaft und – man höre und staune – auch die Wirtschaft am Katzentisch dürfen mitmachen. Was soll dabei herauskommen?
Ich kann mir das sehr gut ausmalen. Vor knapp drei Jahren gab es in meinem Wolfsburger Wahlkreis im Stammwerk von VW eine, nennen wir es einmal so: Aktion. Aktivisten besetzten Teile des Geländes, um dort öffentlichkeitswirksam zu fordern, dass Volkswagen zukünftig Straßenbahnen produzieren solle. Gleichzeitig forderten die Aktivisten eine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden die Woche bei vollem Lohnausgleich, und einige Anwesende regten an, Fahrräder in Wolfsburg zu produzieren.
Jetzt zum Antrag: Bei aller Liebe für den ÖPNV, aber mehr Utopie geht ja gar nicht. Ich habe mal einen Vorschlag für Sie. Sie haben ja auch Mitglieder der IG Metall in Ihren Reihen. – Lieber Cem, hallo! Fragen Sie gern mal bei den Belegschaften der Autobauer und Zulieferer nach, wie diese mit Ihrer Definition von nützlichen Gütern klarkommen. Wir können das hier auch gleich in der Lobby probieren. Wir rufen ein paar gemeinsam an oder stellen uns zusammen vor das Werkstor. Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Diese werden Ihnen dann ein paar Takte erzählen.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Tram statt Tiguan, E‑Roller statt E‑Klasse – das kann ich mir nicht vorstellen. Mit Ihrer planwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung, in der sozialistische Transformationsräte festlegen, was gesellschaftlich nützlich ist und was nicht, können wir weder Wohlstand erhalten noch Klimaziele erreichen. Aufschwung und Wohlstand können nur auf der Grundlage unserer sozialen Marktwirtschaft gelingen. Sie schafft Voraussetzungen für Innovation, für Effizienz, Fortschritt, sichert Wettbewerbsfähigkeit durch Weltklasseproduktion, technologischen Fortschritt und gut bezahlte Industriearbeitsplätze – heute und in Zukunft.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Zum Antrag der Grünen: Das ist ebenfalls ein weitgehend nicht finanzierbares Wunschsammelsurium. Daher lehnen wir den Antrag insgesamt ab. Aber ich darf
Ihnen versichern: Wir haben durchaus Schnittmengen, und einer offenen Formulierung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes stehen auch wir positiv gegenüber.
Das können wir gerne im Ausschuss diskutieren, aber das nächste Mal bitte nicht zu nachtschlafender Zeit.
Danke.
(Beifall bei der CDU/CSU – Victoria Broßart [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das war eure Idee, dass wir das mitten in der Nacht machen, nicht unsere!)
54. Sitzung vom 16.01.2026, TOP 27
Update für unser Straßenverkehrsrecht: Digitalisierung von Führerschein und Fahrzeugschein,
Aus dem Plenarprotokoll der 54. Sitzung des Deutschen Bundestages vom 16.01.2026
Alexander Jordan (CDU/CSU):
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Gäste! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Führerschein im Portemonnaie, Fahrzeugschein im Handschuhfach sowie weitere Mitführpflichten für Berufskraftfahrer – das passt nicht mehr zum Alltag der Menschen, der zunehmend digital wird. Wir schaffen jetzt die Grundlagen für zeitgemäße digitale staatliche Leistungen im Straßenverkehrsrecht.
Ein zentraler Schritt ist die Digitalisierung von Fahrzeugschein und Führerschein. Damit bringen wir spürbare Vereinfachungen für gewerbliche Nutzer, Flottenbetreiber, Autovermieter, aber auch für Privatpersonen wie Sie und mich.
Meinen Führerschein hier habe ich 1999 ausgehändigt bekommen; der läuft in diesem Jahr ab, und ich muss mir einen Termin besorgen, um ihn zu erneuern. Der neue hält dann auch wieder 15 Jahre. Und diesen Aufwand haben Millionen Führerscheininhaber jedes Jahr. Damit soll nun Schluss sein. Der Nachweis der Fahrerlaubnis wird zukünftig per App auf dem Smartphone möglich sein. Der digitale Führerschein vereinfacht den Alltag der Menschen und reduziert Verwaltungsaufwand.
Wir schaffen außerdem einen klaren rechtlichen Rahmen für digitale Parkraumkontrollen, Kommunen erhalten moderne Instrumente zur Überwachung des ruhenden Verkehrs – effizient, rechtssicher und kostensparend.
Mit dem ausdrücklichen Verbot des Punktehandels schließen wir eine seit Langem existierende Rechtslücke und stärken die Verkehrssicherheit.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Mit dem fahrzeugbezogenen Zugang zu technischen Fahrzeugdaten und Rückrufinformationen der Hersteller über das Kraftfahrt-Bundesamt stärken wir Verbrauchervertrauen und Sicherheit. Der Gesetzentwurf ist ein guter Anfang, und klar ist: Der Maßstab ist Bürokratieabbau.
Und wir beraten auch über einen Antrag der Grünen mit dem Titel: „Parken fair gestalten – Nachhaltig, digital und sozial gerecht“. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber immer, wenn Sie etwas fair gestalten möchten, dann endet das irgendwie darin, dass es dann doch teurer wird, weil Sie das, was Sie nicht verbieten können, dann einfach teurer machen.
(Zuruf der Abg. Swantje Henrike Michaelsen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])
Die Maximalgebühr beim Anwohnerparken – es wurde schon angesprochen – war früher bundesweit auf 30,70 Euro pro Jahr festgelegt. Die Ampel hat die Gebührenhoheit in ihrer Regierungszeit an die Länder weitergegeben, und infolgedessen sehen wir heute Gebühren bis zu 360 Euro pro Jahr, also im schlimmsten Fall eine Verzwanzigfachung.
Wir kennen Ihre Haltung zum Automobil; wir können sie sehen. Auf Ihr Betreiben ist die individuelle Mobilität in Deutschland in den vergangenen Jahren stark verteuert worden. Und das ist nun ein weiterer Anlauf, an der Preisschraube zu drehen, um das Auto noch unattraktiver zu machen. Das nennen Sie fair. Ich nenne es überflüssig.
Wir als Union stehen dazu: Deutschland ist und bleibt Autoland Nummer eins.
(Zuruf von der CDU/CSU: Sehr richtig!)
Das gilt insbesondere für meinen Wahlkreis Helmstedt – Wolfsburg. Zum Straßenverkehrsgesetz gehen wir jetzt einen Schritt in die richtige Richtung, hin zu digitaler Zukunft der individuellen Mobilität in Deutschland.
Ich danke Ihnen und freue mich auf die weiteren Beratungen im Ausschuss.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
53. Sitzung vom 15.01.2026, TOP ZP 6
Aktuelle Stunde zu Zukunftsperspektiven für Landwirtschaft und Weinbau in Deutschland
Aus dem Plenarprotokoll der 53. Sitzung des Deutschen Bundestages vom 15.01.2026
Alexander Jordan (CDU/CSU):
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Gäste! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Unsere ländlichen Räume sind weit mehr als Produktionsstandorte. Sie sind Lebensraum, Kulturgut und wirtschaftliches Fundament zugleich. Sie verbinden Tradition mit Zukunft. Und dies ist auch das Motto, unter dem das 100-jährige Jubiläum der Grünen Woche in diesem Jahr steht. Wer über Zukunft spricht, muss auch über Landwirtschaft sprechen – realistisch, verantwortungsvoll und nah an der Praxis. Genau daran lassen wir als Union uns messen.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Vor wenigen Tagen durfte ich in meinem Bundestagsbüro zwei junge Landwirte aus meinem Wahlkreis empfangen: zwei Menschen, die für eine ganze Generation stehen – für eine Generation, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen für ihre Höfe, für ihre Familien und für unsere Versorgung. Sie berichteten von langen Arbeitstagen, von Investitionen in Höfe und Technik, von Klimaschutz, von Umweltschutz, den sie nicht auf dem Papier, sondern täglich auf dem Acker und im Betrieb leisten, und von ehrenamtlichem Engagement im Dorf.
Gleichzeitig sprachen sie offen über eine real wachsende Kluft zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Viele politische Debatten werden heute aus einer städtischen Perspektive geführt – mit guten Absichten, aber ohne Blick auf die betriebliche Realität. Das untergräbt Vertrauen und erschwert Akzeptanz. Genau deshalb ist es richtig, dass wir als CDU/CSU auf Vertrauen setzen, auf Rahmenbedingungen, die Investitionen fördern, anstatt sie zu verhindern,
(Beifall bei der CDU/CSU)
Dass wir Betriebe spürbar entlasten, ihnen Planungssicherheit geben und bürokratische Fesseln lösen, das ist die Standortpolitik für den ländlichen Raum, die wir mit Bundesminister Rainer begonnen haben. Wir haben bereits konkrete Erfolge für unsere Landwirtschaft erreicht. Das sind die vollständige Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung, die ab diesem Monat greift, die Stromstoffbilanzverordnung, die wir abgeschafft haben, und die Regelung zur Beschäftigung von Saisonarbeitskräften, die wir praxisnah verbessert haben. Und gestern wurde es in erster Lesung beraten: Wir nehmen nun den Wolf ins Jagdrecht auf. Das ist ein guter Tag für die Weidetierhalter und ein guter Tag für die Menschen im ländlichen Raum; denn gerade in meiner Heimat im östlichen Niedersachsen ist die Wolfspopulation außer Kontrolle geraten.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Ein weiterer Aspekt, den wir im Blick behalten müssen, ist die Rolle von Frauen in der Landwirtschaft. 2026 wird erstmals das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft begangen – ein wichtiges Signal, um Leistungen sichtbar zu machen, die viel zu oft als selbstverständlich wahrgenommen werden. Frauen tragen maßgeblich zur landwirtschaftlichen Produktion und zur Entwicklung ländlicher Räume bei. Dennoch bleiben ihre Anliegen häufig unterrepräsentiert. Es geht dabei nicht nur um Zugang zu Land und zu Ressourcen, sondern ganz konkret um Anerkennung, um Vereinbarkeit von Familienbetrieb und Familie und um echte Perspektiven.
Auch das wurde im Gespräch mit den jungen Landwirten deutlich: Eine Work-Life-Balance wird gesellschaftlich gewünscht, ist in der Lebensrealität landwirtschaftlicher Betriebe jedoch kaum zu realisieren. Dauerhafte Arbeitsbelastung, fehlende Vertretung und wirtschaftlicher Druck führen dazu, dass die Hofnachfolge zunehmend infrage gestellt wird. Wenn wir wollen, dass Betriebe weitergeführt werden, dann müssen wir Rahmenbedingungen schaffen, die Engagement ermöglichen, ohne Selbstausbeutung vorauszusetzen.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Zukunftsfähigkeit bedeutet deshalb: Wir ermöglichen Modernisierung. Wir schaffen Anreize für Investitionen in Technik, in Tierwohl und in nachhaltige Produktionsverfahren. Wir sorgen dafür, dass Landwirte nicht in Dokumentationsarbeit ersticken, sondern Zeit für die eigentliche Arbeit haben. Und wir setzen uns dafür ein, dass europäische Vorgaben praxistauglich bleiben, mit verlässlichen Energiepreisen und fairen Wettbewerbsbedingungen. Hier geht es in erster Linie nicht um Subventionen, sondern um Augenmaß, um Vernunft und Respekt vor der beruflichen Praxis.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Meine Damen und Herren, die Gespräche mit den jungen Landwirten haben für mich noch einmal deutlich gemacht: Die Bereitschaft, den ländlichen Raum aktiv und positiv zu gestalten, ist da. Und was diese Menschen erwarten, ist keine Bevormundung, sondern eine Politik, die zuhört und partnerschaftlich handelt, pragmatisch und praxisorientiert. Als Union stehen wir genau für diesen Ansatz: für eine Landwirtschaftspolitik, die Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zusammendenkt, für ländliche Räume, die attraktiv bleiben – als Arbeitsort, als Lebensraum und als kulturelles Fundament unseres Landes.
Lassen Sie uns diesen Weg konsequent weitergehen, für unsere Landwirtinnen und Landwirte und für die Zukunft unseres ländlichen Raums. Ich danke Ihnen.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
52. Sitzung vom 14.01.2026, TOP 4
Debatte zur Landwirtschaftspolitik und zur Weiterentwicklung des Bodenschutzrechts
folgt
22. Sitzung vom 12.09.2025, TOP 28
Debatte zum Verbrenner-Aus ab dem Jahr 2035
Aus dem Plenarprotokoll der 22. Sitzung des Deutschen Bundestages vom 12.09.2025
Alexander Jordan (CDU/CSU):
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Antragsteller versprechen mittels des Verbrennerverbots saubere Luft, leise Straßen, erschwingliche Kosten und Planungssicherheit für Industrie und Verbraucher. Liebe Kolleginnen und Kollegen von den Grünen, Sie sprechen in Ihrem Antrag weiterhin davon, mit dem Verbrennerverbot die E‑Mobilität zur wirklichen Alternative zu machen. Dann zählen Sie auf, was Sie alles verbieten wollen. Sie wollen keine Verbrenner, keine Plug-in-Hybride, wohl auch keine Range Extender, keine synthetischen Kraftstoffe wie E‑Fuels, keine biobasierten Kraftstoffe für Pkw. Wer alles verbietet, der lässt den Menschen keine Alternative und keine Wahl und der schadet dem eigentlichen Ziel; denn Akzeptanz für den Weg zur Klimaneutralität gewinnen wir so nicht.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Wir stehen zu dem Ziel der Klimaneutralität bis 2045. Ich teile sogar die Einschätzung, dass der deutsche Automarkt auf dem Weg ist, zum großen Teil ein Elektromarkt zu werden.
(Zuruf der Abg. Lisa Badum [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])
Ich selbst war bereits 2008 an der Entwicklung der E‑Mobilität beteiligt und fahre selbst schon lange elektrisch.
(Marc Bernhard [AfD]: Niemand will den Scheiß!)
Ich kenne die Vor- und Nachteile der verschiedenen Antriebskonzepte aus Sicht von Verbrauchern und aus Sicht der Autobauer. Und die Marktdaten zeigen es: Der Hochlauf der E‑Mobilität ist wieder in Fahrt gekommen, nachdem er von Ihnen abgewürgt wurde.
(Björn Simon [CDU/CSU]: Aha! – Dr. Julia Verlinden [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Hä?)
Aber die Marktdaten zeigen auch: Das größte Wachstum gibt es derzeit bei den Plug-in-Hybriden, deren Absatzzahlen im August dieses Jahres bereits das Niveau des Diesels erreicht haben.
(Lisa Badum [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das sind doch alles Dienstwagen!)
Das ist doch erfreulich. Warum wollen wir in einen sich entwickelnden Markt klimafreundlicher, komfortabler und technologieoffener Mobilität mit einem Verbrennerverbot eingreifen?
(Swantje Henrike Michaelsen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Dann streichen Sie doch mal das Dieselprivileg, wenn Sie so marktoffen sind!)
Ich war diese Woche auf der IAA, da mir unsere deutsche Automobilindustrie und die Menschen, die dort arbeiten, am Herzen liegen. Die deutschen Autobauer haben das Problemfeld Software mittlerweile sehr gut gelöst und Elektrofahrzeuge, die alltagstauglich sind, zur Serienreife gebracht. Das sind richtig gute Autos. Und daher werden diese zunehmend ihren Anteil am Markt finden, wenn wir etwas an den Rahmenbedingungen arbeiten.
(Beifall bei der CDU/CSU)
In Ihrem Antrag nimmt die Planungssicherheit eine große Rolle ein. Aber wenn Sie alles verbieten, was Sie da auflisten, dann schaffen Sie eine Planungssicherheit für unsere Autoindustrie, die es in sich hat. Man kann dann nämlich Werkschließungen und Arbeitsplatzabbau planen. Das kann sich wirklich niemand wünschen.
Präsidentin Julia Klöckner:
Herr Abgeordneter, lassen Sie eine Zwischenfrage aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu?
Alexander Jordan (CDU/CSU):
Sehr gern.
Präsidentin Julia Klöckner:
Bitte sehr.
Swantje Henrike Michaelsen (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Vielen Dank, Herr Kollege, dass Sie die Frage zulassen. – Die offene Marktlogik der Union in allen Ehren: Sind Sie dann auch dafür, dass wir das Dieselprivileg abbauen, das Dienstwagenprivileg reformieren und all die anderen Privilegien abschaffen, die ja gar keinen freien Markt bisher ermöglicht haben, sondern immer zu einer Bevorzugung von Autos vor allen anderen Verkehrsmitteln und einer Bevorzugung von Verbrennern vor Elektroautos geführt haben?
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Alexander Jordan (CDU/CSU):
Vielen Dank für die Frage. – Damit wurde das Dienstwagenprivileg diese Woche nicht zum ersten Mal erwähnt. Ich teile die Einschätzung, dass es sich dabei nicht um ein Privileg handelt,
(Dr. Julia Verlinden [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nein! Es ist natürlich eine Subvention!)
sondern schlicht und ergreifend um eine Vereinfachung der Interaktion zwischen dem Nutzer des Dienstwagens und den Finanzbehörden. Das heißt: Der Nutzer spart sich das Schreiben eines Fahrtenbuchs, und die Finanzbehörden müssen es nicht kontrollieren. Ein Privileg liegt da nicht vor.
(Beifall bei der CDU/CSU – Dr. Julia Verlinden [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Milliarden! Milliardenkosten!)
Außerdem wird der geldwerte Vorteil mit Steuern bezahlt. Mitnichten finde ich, dass es hier einen Handlungsbedarf gibt.
(Lisa Badum [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Freier Markt für die Fossilen!)
Und auch beim Diesel sehe ich das gleichermaßen nicht.
(Björn Simon [CDU/CSU]: Sehr gute Antwort!)
Niemand in diesem Haus bestreitet die Notwendigkeit, die CO2-Emissionen zu senken. Aber wer unsere Wirtschaft auf dem Weg dorthin auf einen Stichtag festnagelt, der stellt eben die Arbeitsplätze ins Risiko und hilft dem Klima keineswegs. Diese Erkenntnis hatte auch eine Ihrer grünen Führungskräfte zwischenzeitlich diese Woche erlangt. Genau deshalb ist es gut und richtig, dass wir nicht dogmatisch unsere Automobilindustrie im Wettbewerb beschneiden, sondern dass wir auf dem Weg zur Klimaneutralität alle technisch möglichen und alle wirtschaftlich sinnvollen Optionen offenlassen. Aus diesem Grund lehnen wir den Antrag ab.
Danke.
(Beifall bei der CDU/CSU)
14. Sitzung vom 26.06.2025, TOP ZP 12
Debatte zur Bahn als Rückgrat klima- und familienfreundlicher Mobilität
Aus dem Plenarprotokoll der 14. Sitzung des Deutschen Bundestages vom 26.06.2025
Alexander Jordan (CDU/CSU):
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Das Anliegen, die Bahn als klimafreundliches Verkehrsmittel zu stärken, ist ohne Zweifel berechtigt. Wir als Union bekennen uns zu einem zukunftsfähigen und leistungsfähigen Schienenverkehr. Er verbindet Menschen, ist Dreh- und Angelpunkt für eine leistungsfähige Wirtschaft.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Deshalb kommt der Bahn aus dem Finanzrahmen des Sondervermögens voraussichtlich ein Investitionsvolumen von 100 Milliarden Euro zu, ein doppelt so großer Anteil wie dem Straßenverkehr.
Aber lassen Sie uns die Dinge mit klarem Blick betrachten. Klimaschutz und Mobilität sind keine Gegensätze. Wir bringen sie in Einklang, wenn wir technologieoffen und marktwirtschaftlich denken. Die Bahn spielt ohne Zweifel eine wichtige Rolle. Aber die Bahn allein kann nicht das Rückgrat jeglicher Mobilität sein. Wir brauchen tragfähige Lösungen auch für den ländlichen Raum – das betrifft zum Beispiel auch meinen Wahlkreis –, für Wirtschaft, für Logistik. Wir müssen den gesamten Werkzeugkasten nutzen: Schiene, Straße, ÖPNV, Luftverkehr, intelligente Verkehrssteuerung durch Digitalisierung und vieles mehr bei gleichzeitiger Verzahnung der Verkehrsträger. Technologieoffenheit ist ein Gebot der Verantwortung, und Mobilität darf nicht zur Frage des Wohnorts werden.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie der Abg. Isabel Cademartori [SPD])
Menschen haben individuelle Verkehrsbedürfnisse. Das gilt es anzuerkennen, sehr geehrte Damen und Herren.
Der Antrag der Grünen bringt nun eine finanzielle Unwucht in das verkehrspolitische Rad, das wir gemeinsam drehen müssen. So bleibt unklar, wie Investitionen in neue Strecken und Angebote langfristig finanziert werden sollen. Die Einnahmen aus der Lkw-Maut für die Schiene zu verwenden, löst das Problem nicht und ist grundlegend falsch. Die Einnahmen aus der Straße gehören auch auf die Straße; das ist vollkommen klar.
(Beifall bei der CDU/CSU – Matthias Gastel [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nein! Investitionen gehören dahin, wo Klimaziele erreicht werden können! Das ist das Entscheidende!)
Auch wenn uns politisch so manches trennt, liebe Kolleginnen und Kollegen der grünen Bundestagsfraktion: Die jüngste Entscheidung der Deutschen Bahn, das kostenlose Familienticket abzuschaffen und gleichzeitig Reservierungen für Familien deutlich zu verteuern, ist fraktionsübergreifend auf Kritik gestoßen. Ich finde, zu Recht. Was wir brauchen, ist eine Bahn, die bezahlbar, verlässlich und attraktiv ist – nicht nur auf dem Papier, sondern im Alltag der Menschen.
Der gestern veröffentlichte Referentenentwurf des BMV zeigt, dass eine deutliche Senkung der Trassenpreise im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher erreicht werden kann. Der Minister hat dies erst gestern im Ausschuss angekündigt, und das BMV hat ohne Verzug geliefert. So wird jetzt gearbeitet, sehr geehrte Damen und Herren.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie der Abg. Isabel Cademartori [SPD])
Wir fordern eine Debatte über Mobilität, welche die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellt. Eine klima- und familienfreundliche Bahn ist in erster Linie eine sichere und eine pünktliche Bahn; denn Klimaschutz muss alltagstauglich sein.
Danke schön.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)

